Januar 2007
2006 war ein Jahr mit sehr vielen Wetterrekorden und 2007 macht gleich mit Wetterextremen weiter.
Die viel zu milde Witterung ging bis zum 20. bevor der Wintereinbruch kam.
An der mittleren Nahe war es der wärmste Januar seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen.
Mit über 5° C Abweichung vom Mittel sogar noch wärmer als der sehr milde Januar 1975.
Der Niederschlag fiel etwas zu gering aus (90%) und der Sonnenschein lag 10% über dem Normalwert.
Am 19. Januar zog der Orkan "Kyrill" über Deutschland hinweg. Nach Schätzungen verursachte er Schäden von 6 Milliarden Euro.(Europaweit.)
Ausser ein paar umgeworfener Bäume, waren an der Nahe kaum Schäden zu vermelden.
Februar 2007
Dieser war wie die 5 Monate davor wiederum deutlich zu warm.
Mit knapp 6°C im Mittel lag die Temperatur 4°C über dem langjährigen Mittel.
Es gab rund 15 Tage mit Bodenfrost und die tiefste gemessene Lufttemperatur lag bei um die minus 3°C.
Folglich war es auch der wärmste Winter aller Zeiten. (seit 1901, Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen beim Deutschen Wetterdienst.)
Die milden Temperaturen hatten wir der westlichen Luftströmung zu verdanken, die auch sehr feuchte Luftmassen heranführten und für reichlich Niederschlag sorgte.
Die ca. 80 Liter waren rund 30 Liter mehr als das Mittel.
Der Sonnenschein war im Februar an der Nahe genau im Soll.
März 2007
Und wieder ein Monat der wärmer als üblich war.
Mit rund 2°C über dem Mittel nun schon der siebte zu warme Monat in Folge.
Die Niederschlagbilanz war etwas positiv und mit rund 60 Litern entsprach dies 130% des langjährigen Mittelwertes.
Im März schien außergewöhnlich viel Sonne. An der Nahe kamen wir auf knapp 170h, 55h mehr als das Mittel.
April 2007
Der April 2007 brach alle Rekorde. Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein schafften es gleichzeitig neue Rekordwerte zu erreichen.
Das Temperaturmittel lag 5°C über dem langjährigen Mittel und war das höchste je gemessene Aprilmittel. An der Nahe schafften wir es sogar auf 15 Sommertage (tmax >25°C),
das sind mehr, als in einem durchschnittlichen Juli zu erwarten sind.
Mit 0,2mm war es nicht nur der trockenste April aller Zeiten, sondern auch der trockenste Monat seit Aufzeichnungsbeginn von Wetterdaten.
Normalerweise fallen im April an die 50 Liter pro Quadratmeter.
Photovoltaikanlagenbetreiber hatten mit dem April ihre wahre Freude,
denn die Sonne stellte auch hier einen neuen Allzeitrekord auf und schien mit 320 Stunden doppelt so lang wie normal.
Mai 2007
Die Rekorde gehen auch im Mai weiter. Nach dem trockenen April war der Mai deutschlandweit der nasseste Mai seit Aufzeichnungsbeginn.
An der Nahe mit ca. 60 Liter nur um 20% über dem Durchschnittswert.
Wenn wundert es noch, aber auch der Mai war 2,5°C zu warm - der neunte Monat in Folge- und es gab schon mehrere heiße Tage (>30°C) im Nahetal.
Nur der Sonnenschein fiel im Mai im Südwesten normal aus und schien die durchschnittlichen 200 Stunden.
Juni 2007
Der Juni 2007 war vor allem sehr nass, aber wiederum deutlich wärmer als normal. Die Abweichung zum langjährigen Mittelwert von 16,7°C betrug rund 2°.
Kräftige Niederschläge in Form von ergiebigem Dauerregen oder als Schauer mit Gewittern sorgten für 120 Liter pro Quadratmeter, das genau das doppelte der im Nahetal üblichen Regenmenge war.
Eher durchschnittlich verhielt sich die Sonne, die mit 180h ca. 95% des Mittelwertes schien.
Die Entwicklung der Trauben hat durch die zu hohen Temperaturen einen rekordverdächtigen Vorsprung erreicht, so dass wir mit einer außergewöhnlich frühen Lese bereits Anfang September rechnen.
Juli 2007
Der Juli war anfangs zu kühl, später sommerlicher und mit 10 Sommertagen ein durchschnittlicher Monat, was die Temperaturen betraf.
So lag die Durchschnittstemperatur des Monats von 18°C knapp über dem langjährigen Mittel.
Es gab im Juli immer wieder Regen mit zum Teil kräftigen Unwettern.
Dadurch stieg die Niederschlagsmenge auf 87mm, 35mm über dem Mittelwert.
Normal war die Sonnenscheindauer im mittleren Nahetal.
Die Sonne schien hier mit 220 Stunden einiges häufiger als im übrigen Rheinland-Pfalz.
August 2007
Der August war mit einem halben Grad zu warmen Monatsmittel ein durchschnittlicher Sommermonat.
Niederschlag und Sonne lagen mit 60 Litern und 200 Sonnenscheinstunden fast genau bei 100% des langjährigen Mittels.
September 2007
Der September war an der Nahe ein halbes Grad kühler als das langjährige Mittel und beendete damit den zu warmen Trend der letzten 12 Monaten.
Im Vergleich zu den Jahren 2005 und 2006 gab es keine „heißen Tage“ und auch nur 2 Sommertage.
Der Beginn der Federweißerlese war jedoch mit dem 8. September eine der frühesten im Weingut Schneider. Die Niederschlagshöhe des Monats war mit 60 Litern auf den Quadratmeter rund 20 Liter zu hoch.
Jedoch fielen 25 Liter der Gesamtmenge am 27. September innerhalb von 18 Stunden.
Die Sonne schien im Nahetal genau 150 Stunden und entsprach genau dem Mittelwert, das jedoch besser als die leicht negative Sonnenscheinbilanz von Gesamtdeutschland war.
Oktober 2007
Eine ruhige und entspannte Weinlese bescherte uns das Wetter im Oktober 2007.
Die Durchschnittstemperatur entsprach genau dem langjährigen Mittelwert. Im Vergleich zu den Vorjahren kam es aber schon zu ersten Nächten mit Bodenfrost.
Es fielen insgesamt nur 6 Liter der sonst üblichen 35 Litern und mit fast 150 Stunden schien die Sonne 50 Stunden länger als es im Oktober an der Nahe üblich ist.
November 2007
Zu kalt, zu feucht und ein Minus beim Sonnenschein!
So lautet das Klimafazit für Deutschland. Aber an der Nahe war das Wetter natürlich wieder besser.
Das Temperaturmittel lag mit 5,3°C 0,3° über dem langjährigen Durchschnitt, dabei gab es sogar 9 Frosttage. Es fielen nur 25 Liter Niederschlag, was doch gut 20 Liter zu wenig waren.
Da die mittlere Nahe in diesem Jahr vom zähen Nebel verschont blieb kam die Sonne mit 67 Stunden auf ein Plus von 20 Stunden.
Dezember 2007
Der Dezember war anfangs mild, später kalt und lag im durchschnitt ein halbes Grad über dem langjährigen Mittel.
Mit 50 Litern war es hier 10 Liter zu nass und die Sonne schien mit 50 Stunden 20 mehr als üblich.
Frost und Raureif gestalteten die Landschaft winterlich, so dass wir eine, zumindest optisch, weiße Weihnacht feiern durften.
Fazit: 2007 war das zweitwärmste Jahr seit 1901 und setzte den Trend zur wärmeren Witterung fort.
Die Naheregion zählte mit weniger als 600 Litern wieder zur trockensten Gegend Deutschlands. Der Wein wurde 2007 von der Sonne verwöhnt.
1800 Stunden schien diese über dem Nahetal, rund 300 Stunden mehr als üblich.
Das besondere am Weinjahr 2007 war der frühe Vegetationsbeginn und die dadurch erzielte lange Reifezeit der Trauben bis in den September hinein.
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