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Weinwetter und Klima - 2008


2008 startet viel zu mild und ohne Schnee!

Januar 2008
Die durchschnittliche Temperatur lag mit rund 5°C über 4°C über dem langjährigen Mittel. Im Nahetal gab es keinen Schnee und die Hasel und Erle fingen an zu blühen. Die 30 Liter Niederschlag entsprachen genau dem Mittelwert und die Sonne schien fast jeden Tag und übertraf im mittleren Nahetal knapp das Mittel von 40 Sonnenscheinstunden.

Februar 2008
Mild und mit viel Sonne präsentierte sich der Februar 2008. Das Temperaturmittel lag 2°C über dem Monatsmittel von 1,8°C. Die vielen klaren Tage brachten tagsüber milde Temperaturen, in den Nächten gab es Frost. Dieser Februar war einer der sonnigsten überhaupt und erreichte an der Nahe mit 140 Stunden das doppelte der normalen Sonnenscheindauer. Die 50 Liter Niederschlag im Februar bedeuteten 150% des langjährigen Mittels, wovon 22 Liter am 28. und 29. Februar durch die Vorläufer des Orkanes Emma fielen. Die Vegetation hat bereits einen Vorsprung von 3-4 Wochen gegenüber durchschnittlichen Jahren.

März 2008
Normalerweise steigen die Temperaturen, doch diesmal war die zweite Hälfte des Monats deutlich kälter als die erste. Mit knapp 6°C lag das Mittel aber immer noch knapp 1 Grad über dem langjährigen Mittel. Kalt waren dann die Osterfeiertage und der Ostermontag (24.3.) war mit minus 6°C der kälteste Tag im März. Ende März hatten wir auch die meisten Schneemengen aller Wintermonate. Die Gesamtniederschlagsmenge war mit 60 Liter doppelt so hoch wie normal. Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken und schaffte es auf nur 80 der sonst üblichen 120 Sonnenscheinstunden.

April 2008
Durch den kühlen Beginn schrumpfte der Vegetationsvorsprung vom Februar auf wenige Tage. Die Temperaturen lagen minimal unter dem langjährigen Mittel von 9,2° C. Der Niederschlag, der im Hunsrück Anfang April sogar noch als Schnee fiel, lag ein wenig über dem Mittel. Die Sonne machte sich, wie schon im März, rar und erreichte nur 80% der normal üblichen 160 Stunden.

Mai 2008
Zu warm, zu viel Sonnenschein und am Ende doch noch normale Niederschlagsmengen rund um Bad Sobernheim. So kann man in einem Satz den Monat Mai zusammenfassen. Im Detail war der Mai der drittwärmste seit Beginn deutschlandweiter Messungen, wobei es bei uns mit rund 17°C im Mittel (+3,5°) am wärmsten war. Die Sonne verwöhnte uns mit über 270 Stunden, das ist immerhin ein plus von 70 Stunden. Der Mai wäre fast ein sehr trockener Monat geworden, wenn nicht vom 29. -31. Mai schwere Gewitter in Rheinland-Pfalz für reichliche Niederschläge gesorgt hätten. So fiel mit den knapp 50 Litern rund um Bad Sobernheim das Monatsmittel völlig normal aus, im Raum Bad Kreuznach dagegen sorgte eine Gewitter am 29. innerhalb weniger Stunden für Regenmengen von 50 bis 80 Liter pro Quadratmeter.

Juni 2008
Im Nahetal war der Juni zu warm und sehr sonnig. Zudem war er zu trocken, da uns die zahlreichen Gewitter überwiegend verschonten. Die Temperatur lag mit rund 19° im Mittel 2° über dem langjährigen Durchschnitt. Da die Zugbahnen der meisten Gewitter nördlich im Soonwald oder südlich durch die Pfalz verliefen, war es an der mittleren Nahe zu trocken. Mit etwas über 40 Litern auf dem Quadratmeter fehlten rund 20 Liter um die 100% voll zu erreichen. Die Sonne verwöhnte mit über 230 Sonnenstunden auch im Juni unsere Reben, 30 Stunden mehr als der langjährige Mittelwert.

Juli 2008
Der Juli war wieder einmal wärmer als normal, dafür aber auch sehr abwechslungsreich. Das langjährige Temperaturmittel lag 1° über dem Normalwert. Am 2. wurde ein Maximum von über 35°C erreicht, dem ein Minimumwert von knapp unter 10° in der Mitte des Monates gegenüberstand. Mit fast 60 Litern ist der Monat im Raum Bad Sobernheim etwas zu nass. Dies lag aber hauptsächlich an den 30 Litern, die am 30. abends innerhalb einer Stunde fielen. Die Sonnenscheindauer fiel im Juli mit leicht über 200 Stunden völlig normal aus.

August 2008
Die lange Reihe zu warmer Monate setzte sich auch im August mit etwa 1,0 Grad über dem Klimawert fort. Vor allem zu Beginn gab es 2 heiße Tage (T. > 30°C) und insgesamt 14 Sommertage (T. > 25°C) an der mittleren Nahe. Die rund 60 Liter waren für den August ein gutes Mittel und fielen im Gegensatz zum Vormonat kaum aus Schauern und Gewittern. Die Sonnenscheindauer fiel daher auch leicht zu gering aus.

September 2008
Nach einem warmen Beginn fiel der September aufgrund länger andauernder Nordostströmung um etwas mehr als 1°C zu kalt aus. Ab Mitte des Monats kam es bereits zum ersten Bodenfrost. Im September wurde bestätigt, dass die Naheregion zu den trockensten Regionen Deutschlands gehört. Mit rund 30 Litern regnete es nicht einmal die hälfte des Saarländischen Durchschnittes und lag ca. 20% unter dem langjährigen Mittel für Bad Sobernheim. Die Sonne kam leider auch zu kurz und zeigte sich nur 140 der sonst üblichen 150 Stunden.

Oktober 2008
Der Oktober 2008 war an der Nahe meist nass und Sonnenscheinarm und kaum wärmer als sonst üblich. Mit nur 0,2°C Unterschied, lag die Durchschnittstemperatur nur knapp über dem langjährigen Oktobermittel. Gegen Ende gab es mehrere Tage mit Bodenfrost. Die gefallenen 50 Liter ließen den Oktober etwas zu nass ausfallen, wobei es, zum Glück für die Weinlese, auch 15 trockene Tage gab. Die Sonne konnte 2008 den Oktober nicht zum "goldenen" machen, den sie schien nur ca. 90% der üblichen 90 Stunden.

Weinlese 2008 - Geduld war gefragt
Über 7 Wochen lang haben wir unsere Trauben von Hand verlesen. Hierbei wurden die meisten Weinberge mehrmals durchgelesen um den Erntezeitpunkt möglichst weit hinauszuzögern und somit eine höhere Reife der Trauben zu ermöglichen. Immer wieder unterbrachen wir die Lese um unseren Trauben noch ein paar Sonnenstrahlen zu gönnen. So haben wir dann am 3. November die Lese mit Riesling und Spätburgunder Trauben für unsere hochwertigen Lagenweine abgeschlossen. Unsere Arbeit und Geduld haben sich gelohnt und wir konnten goldgelbe, hochreife und vollaromatische Träubchen ernten. Wir erwarten einen guten Jahrgang mit feinfruchtigen und lebendig frischen Weinen.

November 2008
Zu warm, zu trocken, sonnenscheinneutral und mit winterlichem Ende präsentierte sich der November 2008. Die Temperatur lag mit mehr als einem Grad über dem langjährigen Mittelwert. Es gab 15 Tage mit Bodenfrost und mehrere Tage mit Schnee im Nahetal. Die Schneehöhen waren aber gering, da die Gesamtniederschlagssumme auch nur bei einem Drittel (15mm) des normalen Wertes lag. Die Sonne erreichte mit rund 50 Stunden ihren Normalwert.

Dezember 2008
Im Mittel zu kalt, zu trocken und mit mehr Sonne als üblich verabschiedete sich das Jahr 2008. Im Raum Bad Sobernheim lag das Temperaturmittel des Monats knapp unter dem üblichen Mittelwert. Die Temperaturen lagen in der Mitte bei +11°C (Maximum) und nach Weihnachten bei -10°C (Minimum). An der mittleren Nahe war es mit ca. 35mm 6mm trockener als ein normaler Dezember. Die Sonne schien mit fast 60 Stunden deutlich mehr als die für den Monat üblichen Durchschnitt von 35 Stunden.
Fazit 2008:
2008 zählt zu den zehn wärmsten Jahren seit 1901 und lag an der Nahe mit rund 1,5°C über dem Jahresmittelwert von 1961-1990. Niederschlag und Sonnenschein lagen bei 100% des Jahresdurchschnittwertes. Zu erwähnen ist, das mit 520 Liter rund 200 Liter weniger als im Hunsrück und 400-500 Liter weniger als in der westlichen Eifel im Jahr 2008 fielen. Die Sonnenscheinstunden unterscheiden sich dagegen zwischen Nahetal und Hunsrück nicht nennenswert.

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